Unsere Gemeinschaftsräume: das Badezimmer

Im Wohnprojekt Hasendorf legen wir großen Wert auf Nachhaltigkeit beim Wohnen. Unter anderem sind unsere individuellen Wohnflächen kleiner, weil wir sehr viele Gemeinschaftsflächen haben werden. Mit unserem sehr hohen Anteil an Gemeinschaftsflächen gehen wir in diesem Bereich neue Wege. Dieser Beitrag handelt von unserem berühmtesten Raum: der Badewannenraum!

Jawohl, es ist wahr, wir haben nur eine einzige Badewanne im ganzen Haus. Wie es dazu kam? Ursprünglich war in jeder Wohnung eine Badewanne im Bad vorgesehen. Irgendwann kam im Laufe der Planung der Badewannenraum hinzu: mit einer etwas größeren Wanne und einem Dachfenster. Es begannen die ersten zu überlegen, dass sie eigentlich nur wenige Male im Jahr überhaupt ein Bad nehmen und wenn dann so richtig schön. Also bitte Pflanzen in den Badewannenraum und die Badewanne in der eigenen Wohnung weg. Dann kamen die nächsten und meinten sie bräuchten ohnehin wegen eines Badewannenlifts eine größere Wanne. Also her mit einer schönen Wanne für den Badewannenraum und her mit mehr Platz im eigenen Bad durch dort eingesparte Badewanne. Wieder andere nutzten den eingesparten Platz für eine großzügige begehbare Dusche. Holzpaneele im Badewannenraum wurden dafür gewünscht. Es kam dann noch ein umfangreicher Lehmputz in den Badewannenraum und plötzlich hatten alle auf eine eigene Badewanne verzichtet. Dafür erhalten wir einen richtig schönen Badewannenraum – praktischerweise gleich neben den schon vorgestelltem Gästezimmer und Kaminzimmer.

Exkurs: Flächenverbrauch
Laut Mikrozensus (vgl. Statistik Austria 2015, Wohnen wird 2014) verbrauchen die ÖsterreicherInnen durchschnittlich 44,7 m² p. P. für individuellen Wohnraum, in Niederösterreich sind es sogar 49,1 m² p. P. Gerade im ländlichen Raum, wo die Tendenz zum Bau von Einfamilienhäusern zu einem sehr hohen Flächenverbrauch pro Kopf (52,7 m² p. P. bei Hauseigentum in Niederösterreich) und zu Zersiedelung führt (vgl. GLOBAL 2000 et al. 2015, Bodenatlas), kann unser Projekt richtungsweisend sein. So werden wir im Wohnprojekt voraussichtlich einen Wert von rund 21,9 m² p. P. (bei 28 Erwachsenen und 12 Kindern) erreichen. Selbst unter Miteinbeziehung aller Gemeinschaftsflächen und Allgemein- bzw. Erschließungsflächen erreichen wir mit 38,5 m² p. P. einen weit geringeren Wert als die DurchschnittsösterreicherInnen – Teilen wirkt! Durch die verdichtete Bauweise verbuchen wir eine verbaute Fläche (inkl. Erschließung) von 22,7 m² p. P.

Berühmt wurde unser Badewannenraum nicht zuletzt durch einen Artikel im Standard. Mit diesem Artikel endet auch unsere Serie über die Gemeinschaftsräume. Als nächstes werden wir die Gemeinschaftsräume ganz intensiv ausprobieren. Wir freuen uns jedenfalls schon auf die ersten Bäder – nach den jetzt anstehenden Umzügen eine Wohltat!

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Genussmensch, der gesunde Bewegung in gesunder Natur liebt. Übersportler, Kreativkoch, Ausflugsplaner, Bierbrauer, Lagerfeuerschrammler, Urlaubskroatischlehrer, Masseur & Philosoph & Reblaus. Besonders aktiv in den Arbeitskreisen Mobilität, IT, Öffentlichkeitsarbeit und Vorstand.

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