Unsere Gemeinschaftsräume: die Küche

Im Wohnprojekt Hasendorf legen wir großen Wert auf Nachhaltigkeit beim Wohnen. Unter anderem sind unsere individuellen Wohnflächen kleiner, weil wir sehr viele Gemeinschaftsflächen haben werden. Mit unserem sehr hohen Anteil an Gemeinschaftsflächen gehen wir in diesem Bereich neue Wege. In diesem Beitrag stellen wir dir unsere Küche vor.

Die Gemeinschaftsküche ist der Klassiker unter den geteilten Flächen und vermutlich der erste Gemeinschaftsraum der in Projekten wie dem unseren geplant wird. Uns ist auch kein gut funktionierendes Baugruppen- oder Wohnprojekt ohne eine gut genutzte Gemeinschaftsküche bekannt. Vielleicht hängt das damit zusammen, dass das gemeinsame Kochen und Essen eine der sozialen Ur-Erfahrungen des Menschen ist. Jedenfalls planen auch wir eine großzügige Gemeinschaftsküche :)

Die 66 m² große Küche wird im Nordteil des Gebäudes sein. Gartenseitig wird es eine große Terrasse mit Sonnensegel und Grillstation geben und gleich dahinter die Kräuterspirale und der Lagerfeuerplatz. Straßenseitig lädt der Blick in die sanfte Hügellandschaft des Traisentales zum Verweilen bei einem guten Espresso ein… Im Raum wird eine große Lehmwand das Raumklima verbessern. Direkt nebenan finden unser Kinderzimmer und eine barrierefreie Toilette Platz. Diese Renderings geben einen groben Überblick:

Ausgestattet wird sie mit einer Edelstahl-Gastroküche, die wir gebraucht von einem ehemaligen Heurigen-Betrieb im Ort erworben haben. Ergänzen werden wir neue Küchenteile aus Holz, um die kühle Profi-Optik warm zu kontrastieren. Funktional in eine lange Zeile und eine große Kochinsel aufgeteilt wird die Küche mit viel Arbeitsfläche, einer großen Kochstelle, einem Holzofen, einer Spüle, einer großen Abwaschstation mit Doppelspülbecken samt Gastro-Geschirrspüler und zwei Gastro-Backöfen und natürlich Kühlschränken alle Gustostückerln spielen. Gemütliche Sessel und Tische werden viele gesellige Runden beherbergen – das Highlight könnte aber die Volksschulbank aus den Fünfziger Jahren werden, original mit klappbaren Sitzflächen und eingebauten Tintenfässern…

Exkurs: Flächenverbrauch
Laut Mikrozensus (vgl. Statistik Austria 2015, Wohnen wird 2014) verbrauchen die ÖsterreicherInnen durchschnittlich 44,7 m² p. P. für individuellen Wohnraum, in Niederösterreich sind es sogar 49,1 m² p. P. Gerade im ländlichen Raum, wo die Tendenz zum Bau von Einfamilienhäusern zu einem sehr hohen Flächenverbrauch pro Kopf (52,7 m² p. P. bei Hauseigentum in Niederösterreich) und zu Zersiedelung führt (vgl. GLOBAL 2000 et al. 2015, Bodenatlas), kann unser Projekt richtungsweisend sein. So werden wir im Wohnprojekt voraussichtlich einen Wert von rund 21,9 m² p. P. (bei 28 Erwachsenen und 12 Kindern) erreichen. Selbst unter Miteinbeziehung aller Gemeinschaftsflächen und Allgemein- bzw. Erschließungsflächen erreichen wir mit 38,5 m² p. P. einen weit geringeren Wert als die DurchschnittsösterreicherInnen – Teilen wirkt! Durch die verdichtete Bauweise verbuchen wir eine verbaute Fläche (inkl. Erschließung) von 22,7 m² p. P.

Nutzen werden wir die Küche auf ganz vielfältige Weise. Hier lässt es sich gemütlich brunchen, nachmittags Kaffee trinken, mit den MitbewohnerInnen tratschen, die Kinder betreuen oder auch Hausübungen schreiben. Klar, Feste, gemeinsame Mittagstische und das Einkochen in der Erntezeit werden ganz bestimmt dort stattfinden. Aber auch wenn Einzelne von uns mal Gäste empfangen oder auch ohne diese groß aufkochen wollen ist die Gemeinschaftsküche nutzbar. Konsequenterweise verzichten daher einige von uns auch auf nicht alltäglich genutzte Küchengeräte oder allzu große Küchen in den eigenen Wohnungen. Denn ein eingesparter Backofen ist immer noch der nachhaltigste Backofen.

 

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Genussmensch, der gesunde Bewegung in gesunder Natur liebt. Übersportler, Kreativkoch, Ausflugsplaner, Bierbrauer, Lagerfeuerschrammler, Urlaubskroatischlehrer, Masseur & Philosoph & Reblaus. Besonders aktiv in den Arbeitskreisen Mobilität, IT, Öffentlichkeitsarbeit und Vorstand.

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