Nachhaltiges Wohnen: Unser Energiesystem

Von Anfang an war im Wohnprojekt Hasendorf nicht nur der Aspekt des gemeinschaftlichen Lebens wichtig, sondern auch jener, ein ökologisch möglichst verträgliches Leben zu führen. Dementsprechend wird auch unser Haus ausgestattet sein.

In den letzten Wochen und Monaten haben wir uns viele Gedanken darüber gemacht, wie unser künftiges Haus konkret aufgebaut sein soll. Dabei haben wir uns auch intensiv mit unserer Haustechnik beschäftigt. Und siehe da: Hinter einem auf den ersten Blick etwas trockenen Thema verbargen sich bei genauerem Hinsehen viele Möglichkeiten, wertvolle Energie und Ressourcen einzusparen.

Unsere Haustechnik soll nicht nur gut funktionieren, sondern auch die Umwelt möglichst wenig belasten. Vier Punkte sind uns dabei besonders wichtig:

Energieverluste minimieren:

  • Wir werden bei unserem Haus eine sehr gut gedämmte Außenhülle haben (Passivhausstandard)
  • Es wird eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Temperaturaustausch zwischen Ab- und Zuluft geben. Das bedeutet, dass die Energie nicht verloren geht, sondern von der temperierten Abluft auf die frische Zuluft übertragen wird. So wird im Winter die Frischluft erwärmt und im Sommer gekühlt.
  • Geplant ist zudem eine Abwasserwärmerückgewinnung. Das bedeutet, dass die Wärme aus dem Abwasser über einen Wärmetauscher für die Vorerwärmung des Warmwassers verwendet wird. Auch dadurch sparen wir Energie.
  • Unser Warmwasser wird nicht zentral erwärmt. Das Frischwasser wird stattdessen erst an den Verbrauchsstellen über Wärmetauscher nach Bedarf erwärmt. Ein weiterer Vorteil neben der Vermeidung von hohen Wärmeverlusten ist dabei, dass wir auf diese Weise auch keine Probleme mit Legionellen haben werden, die sich ansonsten im ständig warm gehaltenen Wasser sehr wohl fühlen würden.

Nachhaltige Energieerzeugung:

  • Unser Wärmebedarf (für Heizung und Warmwasser) wird über eine Wärmepumpe aus der Bodenwärme gezogen.
  • Strom für den Betrieb der Wärmepumpe wird in einer Photvoltaik-Anlage mit 30 kWp erzeugt.
  • Als Pufferspeicher für die Wärmeenergie planen wir eine Baukernaktivierung.

Behagliches Wohnklima:

  • Unsere über CO2-Sensoren gesteuerte und individuell kontrollierbare Wohnraumlüftung sorgt automatisch für die optimale Menge an Frischluft, wodurch ein unnötig hoher Luftaustausch und eine im Winter verstärkt einhergehende Austrocknung der Luft vermieden wird.
  • Für die Innenwände ist teilweise Lehmputz geplant – das sorgt für Feuchtigkeitsausgleich und bindet Gerüche. Außerdem schauen Lehmwände sehr schön und gemütlich aus :)
  • Eine außenliegende Beschattung der Fensterflächen verhindert Überhitzung im Sommer und reduziert den Kühlbedarf.
  • Eine eventuell zusätzlich nötige Kühlung erfolgt mit geringem Energieaufwand über die Sole der Erd-Wärmepumpe und die Fußbodenheizung bzw. Baukernaktivierung.

Resilienz:

  • Für uns ganz wichtig ist auch das Thema Resilienz. Darunter verstehen wir den Aspekt, dass unser Haustechnik-System auch in 50 Jahren noch funktioniert – etwa weil wir nicht auf langsam zur Neige gehende Rohstoffe wie Öl etc. bauen. Mit Resilienz ist aber auch gemeint, dass das System weiterhin funktioniert, auch wenn zum Beispiel der Strom rundherum ausfällt.
  • Zusätzlich zu den vorgeschriebenen »Notkaminen« ist ein unabhängiger Holz-Kochherd und Holzofen in den Gemeinschaftsräumen geplant.
  • Darüber hinaus planen wir eine Regenwassersammlung von den Dachflächen und die Speicherung des Regenwassers in einer Zisterne, um wertvolles Trinkwasser zu sparen
  • Wenn wir auf Wasser stoßen, werden wir außerdem auch einen eigenen Hausbrunnen graben

Mit diesem stark auf Nachhaltigkeit ausgelegten Haustechnik-Konzept legen wir die Basis dafür, dass auch unsere Kinder und Kindeskinder noch gut in Hasendorf leben können. Darüber hinaus sparen wir Energie, schonen Ressourcen und schützen die Umwelt :)

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Anne ist Organisatorin, Struktur-Schafferin und Überblicks-Häsin aus Leidenschaft. Besonders aktiv ist sie in den Arbeitskreisen Soziokratie, Öffentlichkeitsarbeit und als Obfrau im Vorstand.

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